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Die „Bürgerstreich“

Die „Streich“ der Bürgermusikkapelle Bad Aussee im Jahr 1929 Die „Streich“ der Bürgermusikkapelle Bad Aussee im Jahr 1929

Aus der Serie "Spielleut" – gestern und Heut': Im Steiermärkischen Blasmusikverband sind etwa 384 Blasmusikkapellen vereint, mit dabei ein Streichorchester: Das „Große Streichorchester der Bürgermusikkapelle Bad Aussee“, wie die im Volksmund bezeichnete „Bürgersteich“ mit vollem Namen heißt. Anfänglich bestand die Bürgermusikkapelle, so wie die anderen Kapellen im Lande, aus einem Streichorchester und einem Blasorchester – Bedingung zur Mitgliedschaft war, dass alle Musikanten in beiden Kapellen einsetzbar waren. Bei den anderen Kapellen löste sich im Verlauf der Geschichte die Abteilung der Streicher auf, bei der Ausseer Bürgermusik verblieb aber das Streichorchester; 1962 stellte die Blaskapelle ihre Tätigkeit ein.

Als Gründungsjahr der Ausseer Bürgermusikkapelle wird das Jahr 1851 angenommen, dies kann aber nicht belegt werden. Jedenfalls nehmen alle bekannten Jubiläumsfeiern auf dieses Jahr Bezug. 

Der erste urkundliche Bericht musikalischer Betätigung im Ausseerland stammt lt. Franz Hollwöger aus dem Jahre 1756, als eine aus Trommlern und Pfeifern bestehende „Markt Musicy“ beim Aufschlag des Franzberges aufspielte. Im Revolutionsjahr 1848 empfing eine aus Marktbewohnern zusammengestellte „türkische Musikbande“ die Heimkehrer auf der Pötschenhöhe. Es war damals durchaus außergewöhnlich, dass jemand ein Musikinstrument besaß und dieses auch spielen konnte. 

Bereits 1866 gab es das erste Kurkonzert. Seit 1880 gibt es verlässliche Aufzeichnungen. 1892 wurden erste Uniformen angeschafft und am 12. April 1894 wurde die „Musikkapelle Bad Aussee“ als gesetzlicher Verein eingetragen, der sich bei einer Satzungsänderung am 3. Februar 1931 in „Bürgermusikkapelle Bad Aussee“ umbenannte. 

Bis 1954 wurden der Verein und das Orchester von den Kapellmeistern geführt, danach folgte die Führung des Vereines durch einen gewählten Obmann, die musikalische Leitung hatten immer die Kapellmeister inne. Der erste gewählte Obmann war Franz Laimer, ihm folgte 1974 Siegfried Stelzhammer, er wurde 2014 von Norman Sambs abgelöst.

Die Kapellmeister ab 1902 waren: Josef Stöger (1902 – 1918), Josef Lerperger (1919 – 1928), August Loitzl (1929 – 1957) sein Konzertmeister war zuletzt Fritz Schenner. Hans Peer (1957 – 1996), Gottfried Gaiswinkler (1996 – 2004). Ihm folgte der aus England nach Lupitsch zugezogene Cellist John Lowdell. John war vordem Cellist beim London Symphonie Orchester. Seine Konzertmeisterin ist Leila Heinz. Dieses Duo amtiert bis heute.

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