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Insolvenzursachen 2015 - jedes zweite Unternehmen scheitert an internen Fehlern

Während in den letzten Jahren hauptsächlich Kapitalmangel und zu hohe Risikobereitschaft Hauptauslöser für Insolvenzen waren, sind im letzten Jahr schwere interne Fehler - also fachliches Unwissen in der Chefetage - die Haupt-ursache für Insolvenzen.

Der Herausgeber dieser Studie, der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870), formuliert gar so drastisch, dass die Personen in den Chefetagen das „kaufmännische Einmaleins“ nicht ausreichend beherrschen. 

Laut dem KSV1870 beginnen die Fehler bereits im Planungsstadium. Die wenigsten Unternehmen werden von Beginn an (oder überhaupt jemals) firmeneigene Juristen und Betriebswirte anstellen können. Umso wichtiger ist es, sich bereits im Planungsstadium um juristischen und steuerrechtlichen Beistand zu bemühen. Während in den Landeshauptstädten diverse Gründer-serviceeinrichtungen in Anspruch genommen werden können, empfiehlt sich im ländlichen Raum der Gang zum Rechtsanwalt/Notar und zum Steuer-berater. Unabdingbar sind rechtliche Beratungen zur Wahl der Rechtsform, zum Gewerberecht, zum Betriebsanlagenrecht und zum Sozialversicherungsrecht. Mit dem Steuerberater sind zumindest die Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten zu erörtern. 

Ein unzureichendes Forderungs-management ist laut KSV1870 ein weiterer hauptursächlicher interner Fehler. Forderungs-management bedeutet, eine fällige Rechnung einzutreiben. Enthält eine Rechnung keine Frist, ist diese sofort fällig und verpflichtet den Vertragspartner zur Überweisung am nächsten Bankarbeitstag. Enthält die Rechnung eine Frist, so hat der Geldbetrag beim unternehmerischen Vertragspartner am letzten Tag der Frist am Konto des Zahlungsempfängers einzugehen. 

Ist der Vertragspartner Konsument, so ist es ausreichend, wenn der Konsument den Überweisungsauftrag am letzten Tag der Frist erteilt. Die oft verbreitete Ansicht, dass einer fälligen Rechnungen unzählige Mahnungen folgen müssen, ist schlichtweg falsch - es bedarf gar keiner Mahnung. Mahnungen können womöglich im Bestandskundengeschäft oder in der Sommerferienzeit Sinn machen. Es ist oft verwunderlich, mit welch hohen Außenständen Unternehmen arbeiten bzw. diese Außenstände nur zögerlich betreiben. 

Eine Studie des KSV1870 zur Zahlungsmoral gibt zu bedenken, dass 41% der Privat- und Firmenkunden die fälligen Rechnungen vorsätzlich nicht bezahlen. In diesen Fällen hilft ohnehin nur den Gang zum Rechtsanwalt, welcher die Forderung gerichtlich durchsetzt (diese Möglichkeit besteht nur für Rechtsanwälte - Inkassobüros können Forder-ungen nicht gerichtlich betreiben).

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Claudia Harreiter
Rechtsanwältin in Bad Aussee

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