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Beschäftigung von nahen Angehörigen

Die Beschäftigung von nahen Angehörigen ohne entsprechende Anmeldung bei der Krankenkasse war in den letzten Jahren stets mit der Problematik verbunden, dass bei einer Begehung durch die Finanzpolizei hier automatisch Anzeigen erfolgten. Aufgrund der Sichtweise der Sozialversicherung sowie des Bundesministeriums für Finanzen wurde hier in den überwiegenden Fällen ein Dienstverhältnis angenommen und somit „Schwarzarbeit“ unterstellt. 

Langsam setzt hier ein Umdenken in die richtige Richtung ein. Mit dem durch die vollziehenden Behörden im Juni 2016 veröffentlichten „Merkblatt für familienhafte Mitarbeit in Betrieben“ wird der Kreis der nahen Angehörigen erweitert, wo die Mitarbeit nicht mehr automatisch als Dienstverhältnis eingestuft wird.

Zu diesem Kreis der nahen Angehörigen zählen neben EhegattInnen, LebensgefährtInnen und Kindern nun endlich auch Eltern, Großeltern und Geschwister. Bei den letztgenannten Personen ist nicht von einem Dienstverhältnis auszugehen, wenn eine kurzfristige Tätigkeit vorliegt und eine Vollversicherung aufgrund einer Erwerbstätigkeit besteht oder sich die Person in Ausbildung befindet oder bereits im Ruhestand ist und eine Eigenpension bezieht.

Aber Achtung: Je entfernter das Verwandtschaftsverhältnis, desto eher wird auch weiterhin von einem Dienstverhältnis ausgegangen. Wenn jedoch Unentgeltlichkeit vereinbart wurde, wird auch hier ein Dienstverhältnis zu verneinen sein.

In diesem Zusammenhang wird auch klar gestellt, dass u.a. freie oder verbilligte Mahlzeiten sowie Aufwandsentschädigungen (z.B. Fahrtkostenersatz durch Kilometergeld) keinen Entgeltcharakter haben. 

Mein Tipp: Schließen Sie eine schriftliche Vereinbarung mit dem Angehörigen ab, woraus die Kurzfristigkeit und Unentgeltlichkeit hervorgeht! So können Sie entspannt einer Begehung durch die Finanzpolizei entgegenblicken.

Beste Grüße Alfred König

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