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Rund um das Maibaumaufstellen

Mühevoll und nicht ungefährlich ist das Aufstellen eines mehrere Tonnen schweren Maibaums. Meist dauert es bis tief in die Finsternis, bis er senkrecht steht und gut eingekeilt ist. Mühevoll und nicht ungefährlich ist das Aufstellen eines mehrere Tonnen schweren Maibaums. Meist dauert es bis tief in die Finsternis, bis er senkrecht steht und gut eingekeilt ist.

Der Maibaum ist ein Symbol für Fruchtbarkeit, Stärke und dem Wachstum. Auch heute gilt noch immer das Motto: „Wer hat den höchsten Maibaum“ in der Region? Eine Betrachtung von Dipl. Ing. Franz Bergler.

Selbstverständlich sollte der Maibaum als Statussymbol keine Mängel haben. So galt ein abgebrochener Wipfel und das sogenannte „Schiften“ als Makel. Durch das Verwenden von einem anderen Wipfel wird natürlich der Maibaum höher und hat einen schöneren Wipfel. 

Der ganze Vorgang des Maibaumaufstellens ist eine einzige Zeremonie. Das beginnt beim Kranzbinden, dem Umschneiden- dem Transport und der Einzug zum Standplatz (Marktplatz, Gasthaus, Vereinslokal, Bauernhaus, …). Das „Kranzen“ und vor allem das Aufstellen mit den „Schwabeln“ ist eine „hoheitliche“ Angelegenheit, bei der jeder Mann gebraucht wird. Zum Aufkranzen gehört natürlich neben den zwei bis drei Kränzen auch der Bua und s´Dirndl sowie die Steirische und Österreichische Fahne.

Gerade der Transport vom Wald zum Standplatz eines langen Maibaumes ist oft ein Grenzgang auf öffentlichen Straßen. Toleranz und Vorsicht der anderen Verkehrsteilnehmer ist gefragt und wird auch gelebt. Der Maibaum-Chef, der „Anschreier“ hat eine große Verantwortung, um den ca. drei Tonnen schweren Maibaum mit den Kommandos „Sichern“ und „Verbessern“ an die Helfer an den „Schwabeln“ von der Waagrechten mit reiner Muskelkraft in die Senkrechte zu manöverieren. Meistens ist es schon lange finster, bis der letzte Keil sitzt.

Dann beginnt das Feiern und auch die Wache. Damit der Maibaum nicht gestohlen werden kann, wurde früher bis in den Morgenstunden das Status-Symbol bewacht. In manchen Gegenden war es der Brauch, bis zu drei Tage den Maibaum stehlen zu können. Das führte dazu, dass heute die schönen Maibäume mit meterhohen Eisen und Drahtgestellen umgarnt sind. Auch werden Autos um den Baum gestellt, damit das Fruchtbarkeitssymbol keinen Schaden durchs Umschneiden erleidet. Früher hatte das Maibaumstehlen eine klare Regelung. Es durfte nur der stehende geschmückte Maibaum gestohlen werden. Er musste dabei ausgegraben und weggetragen werden. Das Umschneiden kam erst später ins Spiel und zeugt nicht gerade viel Verständnis für Brauchtum, sondern ist eher ein Ausfluss von Zerstörungswut. Nicht selten kommt es dabei zu teuren Sachbeschädigungen.

Früher wurden auch noch Bandeltänze getanzt. Das Maibaum-Kraxeln sieht man heutzutage noch. Die Dauer des „Stehenbleibens“ ist regional sehr verschieden. Von Ende Mai bis Mitte Oktober dauert das Bestehen des Maibaumes. Sehr oft wird der Maibaum bei einem Fest-Termin umgeschnitten, versteigert oder verlost. Auf alle Fälle wird das Brauchtum im Steir. Salzkammergut noch immer gelebt. 

Die vielen Maibäume in unserer Region sind Zeugen, dass Fruchtbarkeit, Stärke und Wachstum in unserer Heimat noch eine große Rolle spielen – und nicht zu vergessen die Geselligkeit. F. B.

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