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Räuchern - ein uraltes Ritual

Wer keinen Ofen oder Herd hat, kann auch den Baum-, oder Zunderschwamm verwenden. Wer keinen Ofen oder Herd hat, kann auch den Baum-, oder Zunderschwamm verwenden.

Räuchern ist ein altes Naturritual, welches nicht nur bei den Naturvölkern in Amerika, Indien, Alaska, Afrika usw. praktiziert wurde, sondern auch in den Alpenländern noch immer ein fester Bestandteil in den Bräuchen der ländlichen Bevölkerung ist.

Im Mittelalter wurde in erster Linie gegen ansteckende Krankheiten geräuchert. Es war üblich, dass Krankenhäuser und Kirchen öfters ausgeräuchert wurden. Am Bauernhof räucherte man auch aus hygienischen Überlegungen. Gleichzeitig sollte ein besserer Geruch in das Haus kommen. In den Pilger-Kirchen ging es aber hauptsächlich um die Reduzierung von Gestank. Die Pilger, welche oft sehr lange unterwegs waren, hatten selten Gelegenheit zum Waschen und rochen dementsprechend.

Geräuchert wurde früher aus dem Glauben heraus, dass durch den Rauch die bösen Geister vertrieben werden. Der Schutz sollte so weit reichen wie der Rauch die Räume und das Feld überdeckte. Unsere Vorfahren wussten, dass das Verräuchern bestimmter Kräuter die Luft reinigen und Atmosphäre schaffen kann. So räucherten sie auch an bestimmten Tagen des Jahres und an wichtigen Ereignissen im Leben wie Geburt, Hochzeit, Krankheit und Tod. Beim Räuchern wird ein Räuchermittel in der Glut verräuchert. Was alles in die Glut kommt, ist von Region zu Region verschieden. Wer keinen Ofen mehr hat, kann den Baumschwamm von unseren heimischen Bäumen (Fichte, Tanne und Buche) verwenden, der auch Zunderschwamm genannt wird. Wenn der Zunderschwamm trocken ist, glüht er sogar besser als die krebserregenden Räucherkohlen.

In manchen Gegenden kommt nur Geweihtes wie Palmbuschen oder Kräuterbüscherl in die Glut. Ansonsten kann alles was in der heimischen Natur wächst zum Räuchern verwendet werden. Die bekanntesten Räucherpflanzen sind Wacholder, Beifuß, Salbei, Thymian, Lorbeer und Rosmarin, alle Harze unserer heimischen Bäume wie Fichte, Tanne, Kiefern, Latschen und natürlich auch alle Blätter. Der Beifuß kommt bei uns häufig vor und wurde vor allen auch bei den Indianern als Haupträucher­pflanze verwendet. In Österreich und in Bayern wird am Karsamstag noch der Brauch des Weihschwammtragens gepflegt. Dabei wird der Schwamm (mit einem Draht als Tragevorrichtung) in der Glut beim Feuer vor der Kirche entzündet. Kinder und Jugendliche besuchen dann die Häuser und geben drei Mal die Glut in den Ofen des Hauses und wünschen Frohe Ostern. Am bekanntesten ist das Räuchern bei uns während der vier Rauhnächte. Dabei unterscheidet man reinigendes, harmoniserendes und energetisiertes Räuchern. Gereinigt wird mit links­drehendem Rauchwerk, energetisiert mit rechtsdrehendem und harmonisiert mit links- und rechtsdrehendem Rauchwerk.

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