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Leut´ aufwecken und Schneeschaufeln: a Arbeit umsonst

26. Juni 2019: Eindrucksvoll veranschaulicht uns dieses Bild, dass der Titel der Betrachtung von Dip.-Ing. Franz Bergler seine Richtigkeit hat.26. Juni 2019: Eindrucksvoll veranschaulicht uns dieses Bild, dass der Titel der Betrachtung von Dip.-Ing. Franz Bergler seine Richtigkeit hat.

Mein Großvater hat immer gesagt: „Buam, Leut´ aufwecka und Schnee schaufeln is a Arbeit umsonst - Wånn oana nu so guat schlåft, wird er gach wieda munter - und da Schnee geht eh im Frühjahr weg!“, wie kluge und wahre Worte vom Odat. Heute begreife ich erst, wie philosophisch mein Großvater war.

von Dipl.-Ing. Franz Bergler

Rosenbogen14.Februar2019Heute muss alles sofort und jetzt sein. Einen Jahresablauf gibt es nicht mehr. Auch Tag und Nacht sind gleich. Im Winter wird der Schnee bis in die höchsten Wälder von der Straße geräumt, damit die Holzarbeiten stattfinden können. Dahoam vor der Haustür wird mit einem Beserl jedes Fusserl Schnee sofort entfernt. Alle reden vom Biorhythmus und keiner lebt ihn wirklich.

Früher war der Schnee die Bettdecke für unsere Natur. Zuerst sind die Blätter und Nadeln von den Bäumen gefallen, sozusagen das Leintuch hergerichtet und dann hat der Schnee alles zugedeckt und die Natur hatte ihre Winterruhe. So kam auch der Mensch ein wenig zur Ruhe, hat im Winter gemütliche Tätigkeiten gemacht, wie etwa das Schnapsbrennen. Heute wird der Schnaps im Frühjahr oder im Herbst gebrannt, wann man halt gerade Zeit oder Lust dazu hat. 

Die Winterruhe des Menschen, des „Oha-Kemma“ gibt´s nicht mehr. Dafür ist das „Ausbrennt-Sein“ in die Mode gekommen. Schaut man in die sehr wichtige Einrichtung vis a vis vom Billa auf der Måriktleit´n, so befinden sich dort viele junge Leute - ein trauriges Abbild unserer Gesellschaft.

Von der Konsumgesellschaft rede ich gar nicht. Denke ich an die vielen Leute in der Vorweihnachtszeit, die im Einkaufstress von Kaufhaus zu Kaufhaus eilen, um dann unter dem Weihnachtsbaum Stille Nacht, Heilige Nacht singen, vergeht mir die Lust auf besinnliche Weihnachten. Weihnachten müsste ja wirklicher Weise „Fröhliche Ei-Nachtszeit“ heißen, weil gleich nach Weihnachten schon die Schokoladen-Osterhasen in den Regalen stehen. Unsere lieben Beigln, eine Fastenspeise, die einen tiefen Hintergrund haben, gibt´s auch außerhalb der Fastenzeit.

Radlfahren im Winter (Fat-Bikes, das sind Radl mit dicken Reifen) und Schifahren im Sommer (auf dem Gletscher) zeigen uns, dass es in Wirklichkeit keine Grenzen im Konsum gibt. Es muss alles im Jetzt geschehen. A propos im Jetzt, ständiges On-Line-Sein ist sowieso ein Muss. Die meisten von uns drehen ja durch, wann die Batterie unserer Quäl-Geister im Minimum ist. Gar nicht zu reden von einem Verlieren unserer Handys oder Smartphones. Wir sind ja ohne diese Dinger (Tamagotchi der fünften Generation) nicht mehr lebensfähig, sie sind die Hertzschrittmacher unserer Zeit.

Gott sei Dank muss das mein Odat nicht mehr erleben, er hätte gesagt: „Alles was schneller geht wie ein Ochs, is a Klumpt“. Odat schau bitte nicht oha auf die heutige Welt! Oder ist vielleicht die Corona-Krise ein Wink des Universums mit dem Zaunpfahl an die Menschheit , sich wieder zu besinnen…!

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