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115 Jahre Gärtnerei Reischenböck Altaussee Empfehlung

Drei Generationen der Gärtnereidynastie Reischenböck auf einem Fleck. Drei Generationen der Gärtnereidynastie Reischenböck auf einem Fleck.

Es war 1904, als ein Herr Kohl begann, den nicht unbedingt als fruchtbar zu bezeichnenden Boden von Altaussee zu bewirtschaften. Obwohl es zu dieser Zeit weder elektrischen Strom, noch Autos, noch fließendes Wasser gab, gelang es ihm, den Grundstein zur Gärtnerei und der Gartengestaltung zu legen, welche nun in der vierten Generation von der Familie Reischenböck geführt wird. 

Josef Kohl war um 1900 aus der fruchtbaren Gegend um die Riegersburg in das klimatisch raue Klima von Altaussee übersiedelt. Seine Frau Marie stammte aus Iglau in Böhmen. Josef Kohl kaufte vom Anwesen eines gewissen Ignaz Zakostelsky in Puchen ein Nebengebäude und gründete 1904 auf ca. 700 Quadratmetern die Gärtnerei. Bald erkannte er, dass es bei den Villenbesitzern im Ausseerland einen großen Bedarf an Blumen und Garten-gestaltung gab. Ohne Wasserleitungen, ohne Strom, ohne Auto schaffte er es, seine Gärtnerei zu einem namhaften Betrieb aufzubauen. 

Viele Besitzer von heute historischen Villen waren seine Kunden. Das Elisabethheim, das ehemalige Sanatorium Freisleben, Villa Fröhlich, Hürschvillen um nur einige zu nennen, nahmen die Dienste der neuen Gärtnerei in Anspruch, acht bis neun Mitarbeiter beschäftigte Josef Kohl. Er rettete die Gärtnerei über den Ersten Weltkrieg, überwand die kargen Jahre danach und übergab die Gärtnerei 1944, mitten im Zweiten Weltkrieg, an seine Tochter Maria (Mitzi) und ihrem Mann Heinz Reischenböck. 

Als Klaus und Helga Reischenböck 1972 von den Eltern die Gärtnerei übernahmen, gelang es ihnen im Sog der „Wirtschaftswunderzeit“ an den Erfolg des Großvaters anzuknüpfen. Stück für Stück kauften sie die umliegenden Grundstücke, ein neues Glashaus um das andere wurde errichtet. Sie motivierten ihre beiden Söhne Werner und Erwin für die Arbeit in der Gärtnerei, beide waren voll im Betrieb integriert. Mitten in dieser offensiven Wachstums-phase kam der schwärzeste Tag in der Geschichte der Gärtnerei Reischenböck: Erwin, der jüngere der beiden Brüder, verunglückte am 20. April 1994 bei Arbeiten mit einem Minibagger tödlich. Ein Gedenkstein im Park am See erinnert an das tragische Ereignis. Klaus Reischenböck meinte viele Jahre danach: „Das ist das Schlimmste was einem passieren kann, aber man darf daran nicht zerbrechen!“ Klaus und Helga Reischen-böck versuchten ihren Schmerz mit Arbeit einzudämmen und führten den Expansions-kurs gemeinsam mit Sohn Werner konsequent fort. 2002 übergaben sie den Betrieb an Werner und seine Frau Rita. Heute umfasst das Betriebsgelände der Gärtnerei Reischenböck eine Fläche von 11.000 Quadratmetern mit sieben Glashäusern im Gesamtausmaß von mehr als 2.000 Quadratmetern. „Mit Balkonblumen und Salat-pflanzerln allein wäre die Suppe verdammt dünn geworden, aber Gott sei Dank sind wir so breit aufgestellt, dass wir uns keine Sorgen machen müssen“, meint Werner Reischen-böck. Neben Floristik auf höchstem Niveau und einem umfassenden Angebot an Blumen, Sträuchern und Pflanzen aller Art bieten Werner und Rita Reischenböck Dienstleistungen rund um die Garten- und Außenanlagen-gestaltung im Umkreis von mehr als einer Fahrstunde an. „Wir freuen uns über viele große Aufträge, aber der Kunde mit einem Sträußerl Blumen ist uns genau so wichtig, wie der mit dem Schwimmteich!“. 

Die Gärtnerei Reischenböck beschäftigt durchschnittlich 20 bis 25 Mitarbeiter, davon sind derzeit drei Lehrlinge in Ausbildung. Flora, Maria, Paulina und Matilda sind der ganze Stolz von Rita und Werner Reischenböck. Maria ist Absolventin der HBLFA für Gartenbau Schönbrunn und voll in der Firma integriert, genauso wie Floras Freund Stefan. Die beiden lassen durch ihre tatkräftige Mitarbeit die Hoffnung auf die Weiterführung der Gärtnerei Reischenböck in fünfter Generation blühen. q

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