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Karl Fischer und sein Hang zu Legenden Empfehlung

Karl“ jedes Jahr am 5. Dezember pünktlich um 10 Uhr die Kindergartenkinder. Karl“ jedes Jahr am 5. Dezember pünktlich um 10 Uhr die Kindergartenkinder. Foto:©Kindergarten8992

Schon beinahe selbst eine Legende,  besteht die Lebensphilosophie des ehemaligen Altausseer Postzustellers Karl Fischer aus dem „Stoff“ aus dem Legenden sind. Herausgekommen ist dabei das „Kind im  Manne“ auf höchstem Niveau.

Am 5. Dezember startet Karl Fischer in seine 56. „Bischof-saison“, zwar nicht geweiht, aber trotzdem legendär. Seinen ersten Auftritt hatte er am 5. Dezember 1963 mit der von ihm als Kindermiglopass wieder-gegründeten „Nagerldorfpass“. Legendär auch sein Missgeschick, als er in einem der folgenden Jahre beim Eintreten in die „Berndl Gaststube“, irrtümlich anstelle des üblichen „Gelobt sei Jesus Christus“ ein lautes„Brrrrrrraaahhh“ von sich gab. Mit seinen Soloauftritten als Bischof bleibt er den Kindern seit Jahrzehnten treu. Manche der einstigen Kinder sind heute schon längst Eltern, einige sogar Großeltern. 

Jeden Morgen des 5. Dezembers arbeitet Karl Fischer den Ablauf des Tages noch einmal gedanklich durch, bevor er mit der Kostümierung beginnt. Um 10 Uhr erwarten ihn die Kinder im Kindergarten. Bei der Wanderung, von seinem Heimhaus im „Nagerldorf“ durch den Ort, kann er bereits im Kurpark die Freude der Kinder erkennen. Jeder Auftritt als „Bischof“ bzw. als „Heiliger Nikolaus“ ist für ihn ein wunderschönes Erlebnis: Die zaghaften Antworten auf von ihm gestellte Fragen, die vorgetragenen Gedichte und Lieder, die leuchtenden Kinderaugen beim Austeilen der Geschenke lassen das Herz von „Bischof Karl“ immer wieder auf das Neue schmelzen. Bis zu seinem letzten Auftritt ist längst die Nacht hereingebrochen und auf dem Nachhause-weg freut er sich bereits auf den nächsten 5. Dezember - es sind ja nur mehr 364 Tage…

 

Legendärer Volkslanglauf

Ausdauer ist eine der Tugenden von Karl Fischer und wenn er etwas angefängt, lässt er sich nicht beirren es auch zu Ende zu bringen. Jahrelang nahm er an legendären Volkslangläufen teil: Dolomiten-lauf, Koarsalauf, Steirerlauf, Finlandia Hiihto, dem größten Ski-marathon in Finnland und in Schweden am legendären „Vasaloppet“ (Wasalauf) über 90 Kilometer. Der Wasalauf ist eines der größten Sportereignisse der Welt und hat seine Wurzeln in historischen Ereignissen vor beinahe 500 Jahren: Dem jungen schwedischen Adeligen Gustav Vasa gelang es im April 1521, als Anführer eines bewaffneten Bauernheeres, das Land von der Besatzung und Tyrannei des Königs Christian von Dänemark zu befreien. Er wurde als Retter Schwedens gefeiert und zum König ausgerufen. 400 Jahre später schlug ein in Mora geborener Zeitungsmann vor, einen nationalen Schilanglauf zur Erinnerung an Gustav Vasas Befreiungs-kampf durchzuführen und so fand am Sonntag, 19. März 1922 der erste „Vasaloppet“, über die 90 km lange Strecke, von Sälen bis Mora, statt. 

Fünf Mal konnte sich Karl Fischer unter den rund 14.000 Teilnehmern des legendären Wasalaufes im guten Mittelfeld platzieren. Bei seiner letzten Teilnahme löste sich knapp vor dem Ziel eine junge Schwedin in Tracht aus dem Publikum, rief laut seine Startnummer und trat auf ihn zu: „Mister Karl Fischer - Österrike?“ - gleichzeitig deutete sie ihm an auf die äußerst rechte Spur zu wechseln. Dort klopfte sie dem verdutzten Karl auf die Schulter, hängte ihm eine Tasche mit einem wunderschönen Bildband von Mora um den Hals und verschwand wieder im Publikum. Im Ziel erfuhr er, dass manche ausländische Starter sporadisch ausgewählt werden, die Geschenke bekommen und er nur einem glücklichen Zufall diese unvergessliche Geste verdankte.

Karl Fischer und die Audi-Horch-Legende

Karl Fischer beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der Geschichte und Entwicklung der legendären Automarke mit den vier Ringen, Audi. Zwar sind Namen wie „Schall und Rauch“, aber mit Namen verbinden sich oft auch besondere Leistungen und diese werden manchmal zu Legenden. Zu jenen herausragenden Persönlichkeiten gehört der, in einem Atemzug mit Gottlieb Daimler oder Carl Benz zu nennende, Autopionier August Horch.
Im Jahr 1899 gründete August Horch in Köln die Firma „August Horch & Cie“. Mit Autoreparaturen schuf er die finanzielle Basis für die Entwicklung und Produktion der ersten Horch-Wagen. Als erster deutscher Konstrukteur baute August Horch 1901 einen Kraftwagen mit Kardanwellenantrieb.

August Horch meldete seinen „stoßfreien Zweizylinder-Motor“ mit Spritzdüsenvergaser zum Patent an. Neue, größere und stärkere Modelle kamen hinzu, dennoch geriet das Unternehmen 1909 in eine Krise, die zum Ausscheiden vom August Horch aus dem Unternehmen führte. Zusammen mit Partnern gründete er eine neue Firma. Da ihm die Namensrechte „Horch“ nach seinem Ausscheiden nicht mehr gehörten, übernahm er die lateinische Übersetzung seines Namens als Marken­bezeichnung: „Audi“ bedeutet „Höre“ oder eben „Horch“. 1932 schlossen sich Horch, Audi, DKW und Wanderer zur Auto Union zusammen - die vier Ringe waren geboren. Aus den beiden Weltmarken Audi Union und NSU wurde 1969 die „Audi NSU Auto Union“, aus der 1985 die heutige Audi AG hervorging. Seine Vorliebe zu dieser Legende veranlasste Karl Fischer, 80 Jahre nach der Unternehmens­gründung von AUDI, eine Modellauto­sammlung mit den „Vier Ringen“ zu beginnen. In der inzwischen sehr umfangreichen Model­autosammlung sind alle oben genannten Marken aus einem ganzen Jahrhundert deutscher Autobaugeschichte vertreten. Mehr als 1000(!) originalgetreue Modelle nennt er sein eigen.

Auch den Modellautobau betreibt Karl Fischer auf höchstem Niveau. Alle von ihm bisher gefertigten 115 Modelle, vorzugsweise Audi, hat er präzise aufgebaut, perfekt lackiert und den Original­fahrzeugen mit Sponsor­beklebung exakt nachempfunden. Für das Fahren sind ihm seine 1:10 Fernsteuerungs­modelle jedoch zu schade: sollte dabei etwas kaputtgehen, sind bei vielen Modellen keine Ersatzteile mehr zu bekommen. Trotzdem ist die Verwendung von den in Modellbau­sätzen mitgelieferten Plastik­lager für ihn undenkbar: er hat diese bei all seinen Modellen durch Metalllager ersetzt! Wie heißt es so treffend: „Je älter der Mann um so teurer sein Spielzeug...“ J.K.

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