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Wechseljahr

Bgm. Franz Frosch Bgm. Franz Frosch

In Bad Aussee ist einiges im Gange und es gibt teilweise massive Widerstände und Proteste. In einem halben Jahr wird auf Grund einer Teilzeitlösung Vizebürgermeister Franz Frosch den Bürgermeistersessel von Otto Marl übernehmen. Übernimmt er ein „schweres Erbe" oder ein „g´mahtes Wieserl"? DA WOADSÅCK hat nachgefragt.

Woadsåck: In der Stadtgemeinde Bad Aussee ist einiges im Gange und teilweise gibt es massive Kritik und Widerstände an diversen Projekten, besonders am „Narzissen­bad". Wurden hier tatsächlich so gravierende Fehler gemacht wie behauptet, die dann der neue Bürgermeister „ausbaden" muss?
Otto Marl:
Auszubaden gibt es hier nichts. Das lange aufbereitete Projekt Narzissenbad wurde in mehreren Gemeinderats­sitzungen abgehandelt, mit großer Mehrheit von SPÖ und ÖVP beschlossen. Das Projekt ist für die touristische Entwicklung des Ausseerlandes sehr wichtig. Dass der Standort, die Architektur und die ausschließlich touristisch zu nutzende Appartement­hotelanlage manchen nicht gefallen, war abzusehen.
Franz Frosch:
Man hat dafür die Sparkasse verkauft, um diesen Erlös ins neue Bad einzubringen. Die Teichtergründe wurden durch einen einstimmigen GR Beschluss (auch blau und grün) gekauft und im Jahre 2002 in Erholungsgebiet mit einer Bebauungsdichte von 0,2 - 0,6 umgewidmet. Die Betreiber haben die grundbücherliche Verpflichtung des dauerhaften Betriebes eines öffentlichen Bades. Die Gemeinde bringt 4,9 Millionen Euro ein, übernimmt aber keine Abgangs­kosten (Abgangs­kosten des alten Bades 7,3 Millionen).
Das neue Bad bringt ca. 45 Arbeitsplätze sowie auf Grund der schönen Lage eine wesentlich bessere touristische Wirkung für das gesamte Ausseerland.
Hätte man diese rechts­kräftigen Beschlüsse missachtet, wären auf die Gemeinde Zahlungen in der Höhe von mehreren Mill­ionen Euro zugekommen und als Alternative hätte man NICHTS gehabt. Die Außenansicht wird noch verhandelt.

Woadsåck: Auch der Bau des geplanten Einkaufszentrums „Parkplatz Ischler Straße" stößt auf Widerstand, warum?
Otto Marl:
Es geht nicht um ein Einkaufszentrum, sondern um ein Parkdeck, das zu seiner wirtschaftlichen Betreibung mit Handels-, Gewerbe- und Büroflächen ergänzt werden soll. Es gibt noch kein konkretes Projekt, keinen „Bau", sondern nur Absichten. Wir müssen uns bemühen, dort zentral die Außenstelle der Expositur und das AMS anzusiedeln! Wenn das Projekt die Raumordnungs­hürde in Graz schafft, muss es mit Wirtschaft und Bevölkerung gemeinsam aufbereitet werden. Das Projekt soll Vorteile für möglichst viele bringen.
Franz Frosch: Die knapp 300 Parkplätze werden sich auf das Einkaufsverhalten in Bad Aussee positiv auswirken.

Woadsåck: Wird es zu Gemeindezusammen­legungen kommen?
Wie stehen Sie dazu?
Franz Frosch:
Wirtschaftlich sinnvoll wäre eine Großgemeinde, man wird aber die Entscheidung der Nachbargemeinden respektieren.
Otto Marl:
Dass das Ausseer­land bei allen kleinen Unterschieden eine geschlossene Einheit ist, wird niemand bestreiten. Aber dieses Thema
muss sehr behutsam aufbereitet und Vor- und Nachteile mit der Bevölkerung diskutiert werden. Das ist ein jahrelanger Prozess und geht nicht von heute auf morgen.

Woadsåck: Was sind die Pläne für die Zukunft - wo liegen nach dem Bürgermeisterwechsel die größten „Brocken"?
Franz Frosch:
Bezüglich der Ortskernum­fahrung nicht locker zu lassen, LKH-Gesundheitspark, Schulsanierungen, Straßensanierungen, Feuerwehren, sowie Energie als Einkommen zu gewinnen.
Otto Marl:
Ich gebe meinem Nachfolger öffentlich keine Ratschläge, aber eine Gemeinde zu führen wird immer schwieriger. Der Staat lässt die Gemeinden ausbluten, die Bevölkerung ist zwar für das Sparen, aber es soll niemanden treffen. Die Kritik nimmt stark zu, aber kaum einer ist bereit, als Gemeinderat zu arbeiten und seine Ideen umzusetzen. Wichtig ist, dass an der Zukunft der Gemeinde weiter gebaut wird, um die Jugend zu halten und der allgemeinen Landflucht Einhalt zu bieten.

Woadsåck: Wenn eine Fee einen Wunsch erfüllen könnte, wie würde der lauten?
Franz Frosch:
Gesundheit, Glück, FAIRNESS und Frieden allen Menschen, sowie eine volle Gemeindekasse, dass ich als Bürger­meister die Wünsche aller Ausseerinnen und Ausseer erfüllen kann.
Otto Marl:
Gib, dass es wieder mehr Miteinander gibt, weniger öffentlich gestritten wird, unsere schöne Stadt mit positiven Berichten in den Medien aufscheint und Bad Aussee als geografischer Mittelpunkt wieder ein kräftiger Nabel unserer Republik wird.

Danke für das Gespräch!

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