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Auf der Flucht

  • geschrieben von  Stefanie Kalß, HLW Bad Aussee

Das Meer an Menschen, das nach Europa drängt, wurde zu einem Problem, nein zu einer Katastrophe. Viele heucheln Mitleid für die Betroffenen, aber wirklich verstehen kann es keiner, denn wer war schon einmal auf der Flucht?

Die Flüchtlingskrise ist an sich keine Neuigkeit mehr. Vor dem Wintereinbruch hat dieses Thema die Medien dominiert wie kein anderes.Tagtäglich berichteten Korrespondenten aus den Grenzgebieten rund um Österreich.Doch was war der Inhalt solcher mit viel Dramatik  gestalteten Berichte? Neben Zahlen, Daten und Fakten wurden den Bürgern auch Unruhe verbreitet. Wie viele Wirtschaftsflüchtlinge sind heute angekommen? Was wird getan, um mögliche Terroristen ausfindig zu machen? Fragen wie diese hatten großen Anteil am Unmut, besser gesagt der Wut der Bevölkerung.

Das Thema „Flucht“ konnte sich vor allem eine Partei zu Nutzen machen. Bei allen Landtagswahlen legte sie deutlich zu, in zwei Bundesländern darf sie sogar mitregieren. Man braucht sich nicht unbedingt gut in der Politik auszukennen, um zu wissen, um welche Partei es sich handelt. So lange schon arbeiten sie an ihrem, zugegeben, leicht rechts positioniertem Wahlprogramm, reimen ihre Wahlsprüche und warnen Österreichs Bevölkerung vor allem, was auch  nur ansatzweise mit Ausländern zu tun hat. Im Vergleich zu anderen Parteien konnte man hier wenigstens eine klare Linie erkennen. Konstruktive Lösungsvorschläge gab es auch von dieser Seite nicht, aber fast alle, die Zweifel verspürten, machten  bei der Wahl ihr Kreuzerl zugunsten dieser Partei. Die anderen Parteien haben sich einfach nicht klar zu diesem Thema geäußert, stattdessen wurde über „besondere bauliche Maßnahmen“ diskutiert.

Liebe Leser und Leserinnen, nun ist es an der Zeit über die Menschen zu reden die Europa als Chance für eine friedliche Zukunft sehen.Menschen die zehn, zwölf, vierzehn Stunden gegangen sind und völlig erschöpft und traumatisiert an Österreichs Grenze angekommen sind. Dort wurden sie meistens recht freundlich empfangen. Denn in Österreich hatten  nicht nur fremdenfeindliche Gruppierungen für Aufsehen gesorgt, sondern erfreulicher Weise auch viele freiwillige Helfer und Helferinnen, die an Grenzen und Bahnhöfen die Menschen mit Lebensmittel und Hygieneartikel versorgten.

Ohne diese Menschen wäre das Chaos wohl noch größer gewesen. Das entging auch der Politik nicht. Alle mussten sich eingestehen, dass ohne die Hilfe von Caritas, Rotes Kreuz und der Bevölkerung keine so gute Erstversorgung möglich gewesen wäre.

Über den Winter ist zwar ein wenig Ruhe eingekehrt, doch keiner weiß, wie es weitergehen wird. Nur eines ist klar: So lange der Krieg in Syrien und die Unruhen in den umliegenden  Ländern anhalten, werden sich immer wieder Menschen auf die Flucht begeben.

Ich fordere Verständnis für Kriegsflüchtlinge. Ich fordere Akzeptanz für andere Kulturen. Ich fordere Mithilfe der Politik. Jeder sollte darüber nachdenken, was wäre, wenn wir nicht in einem so sicheren und wohlhabenden Land wie Österreich leben würden.Wenn wir täglich um unser Leben bangen müssten und unsere Verwandten und Freunde im Krieg verlieren würden, dann würden auch wir flüchten, um wenigstens das einzige noch zu retten was geblieben ist – das eigene Leben. Aber wie würden wir uns fühlen, wenn wir auf die Straße gehen und uns ständig misstrauische Blicke zugeworfen und Beschimpfungen zugeschrien werden - endlich in einem Land angekommen, welches uns Sicherheit gewährt? Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal Asylwerber, Flüchtlinge oder Ausländer sehen. Denn auf der Bühne der Welt sind alle Menschen Spieler: Manche bekommen die Rolle eines Königs, manche die Rolle eines Armen und manche sind die Zuschauer…S.K.

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