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Grenzenlose Freiheit der Kunst oder Zensur?

  • geschrieben von  Clara Unterberger, 4. Klasse HLW Bad Aussee

„Die Kunst ist die Vermittlerin des Unaussprechlichen“, Zitat von Johann Wolfgang von Goethe. Wie ist dieser Satz zu interpretieren? Ganz einfach: Es heißt nichts anderes, als dass man gewisse Gefühle und Gedanken nicht zu beschreiben vermag und diese nur durch die Kunst erklärbar sind. Doch wie sollen jene Gefühle oder Gedanken vermittelt werden, wenn die Zensur die Oberhand über die Kunst behält?

Österreich ist heute frei von jeglicher Zensur. Das war nicht immer so. Vor vielen Jahren musste dieses Recht auf grenzenlose Freiheit der Kunst, gemeinsam mit dem Recht auf Meinungsfreiheit, erkämpft werden. 

Durch Zensur wird die grenzen-lose Freiheit der Kunst beschränkt, was für mich inakzeptabel ist. Ohne Zensur zu leben ist ein großes Geschenk. Mit der Freiheit, die uns dadurch gegeben ist, können wir eigene Meinungen und Einstellungen vertreten. Ebenso ist es aber auch eine große Verantwortung, die wir der Menschenwürde gegenüber haben. Künstler sind nicht nur dazu da um uns mit ihren Werken zu verzaubern, sondern auch um etwas zu kritisieren.

Durch Kunst-schaffende, sei es aus dem Bereich der bildenden Kunst oder der Literatur, werden wir zum Nachdenken angeregt. Ihre Werke ermöglichen es uns, gewisse Ereignisse wahrzunehmen und zu hinterfragen.

Ein aktueller Vorfall, auf den ich jetzt näher eingehen möchte, ist die Veröffentlichung der Mohammed-Karikatur nach den Anschlag auf die Satire-Zeitungredaktion Charlie Hebdo. Das Bild zeigt den Propheten Mohammed weinend und mit der Aufschrift „Tout est pardonne“, zu Deutsch: „Alles ist vergeben“. Von Muslimen in der ganzen Welt wurde dieser Abdruck auf das Heftigste kritisiert. Sie fühlten sich provoziert und beleidigt, da es in ihrer Religion verboten ist,  den Propheten abzubilden. Diese Karikatur als provozierend oder beleidigend zu bezeichnen ist nach westlichem Verständnis überhaupt nicht gerechtfertigt.

Ebenfalls ist anzumerken, dass es in unserer zivilisierten Gesellschaf absolut normal ist, wenn Politiker ebenso wie Vertreter der Kirche karikiert werden. Ob die Veröffentlichung der Mohammed-Karikatur aber eine kluge Entscheidung war, das ist eine andere Frage.

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