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160. Geburtstag von Wilhelm Kienzl Empfehlung

Wilhelm Kienzl mit seiner zweiten Frau Henny bei seiner Badehütte amSommersbergsee.Wilhelm Kienzl mit seiner zweiten Frau Henny bei seiner Badehütte amSommersbergsee.Fotos: Privatarchiv Peter Grill

Am 5. Oktober gedachte man vielerorts an den 75. Todestag des großen Komponisten Wilhelm Kienzl, der sein größtes Werk, die Oper „Der Evanglimann“, in Bad Aussee geschreiben hat. Am 17. Jänner jährt sich sein Geburtstag zum 160. Mal.

Wilhelm Kienzl hat nicht nur im Ausseerland unauslöschliche Spuren hinterlassen, mit seiner Oper „Der Evangelimann“, die er fast zur Gänze in Bad Aussee geschrieben hat, erlangte er Weltruhm. 

Es ist nicht selten, dass Opernkomponisten mit nur einem Werk berühmt werden, obwohl sie mehrere interessante Bühnenwerke komponiert haben. Den Namen Wihelm Kienzl verbindet man unweigerlich mit dem „Evangelimann“, obwohl insgesamt zehn Opern aus seiner Feder stammen.

Wilhelm Kienzl, der am  17. Jänner 1857 im oberösterreichischen Waizenkirchen geboren wurde, verbrachte viele Sommer seines Lebens im Ausseerland. Er wohnte gerne auf den „Lerchenreith-Plateau“ neben der „Wasnerin“ in einem winzigen Häuschen, dem sogenannten „Stöckl“.  Kienzl hatte auch mehrmals Quartier im Haus „Amon Fiedler“ in der Nähe des „Teichwirts“, wo man sich noch  gerne erzählt, wie ihm täglich  Badehose und Zeitung zu seiner Badehütte am Sommersbersee nachgebracht werden musste. 

Auch im ehemaligen Gasthaus „Zu den vier Jahreszeiten“ in Eselsbach, mit der noch heute erhaltenen Kegelbahn (heute im Besitz der Familie Oesterley), verbrachte er etliche Sommer. Diese Kegelbahn dürfte Kienzl  zur Kegelszene im ersten Akte des „Evangelimann“ inspiriert haben. Sein Lieblingsplatz zum Komponieren war am Lerchenreith-Plateau, wo er sich eine Bank und einen Tisch hatte zimmern lassen. Von diesem Platz aus sah er stets zum Loser hinüber, dessen markante Krone ihn an die Götterburg Walhall erinnerte. Hier hatte er den Großteil des „Evangelimann“ geschrieben. Kienzl  war also ein Komponist, der anders als die meisten seiner Kollegen nicht in geschlossenen Räumen, sondern unter freiem Himmel, begleitet von Vogelgeszwitscher, seine besten Einfälle hatte.

Wilhelm Kienzl wurde Ehrenbürger von Bad Aussee und ist hier unvergessen. Das „Kienzl-Palteau“ erinnert an ihn ebenso, wie die „Wilhelm Kienzl-Musikschule“ und die Tradition, dass bei Begräbnissen in Bad Aussee gerne sein Lied „Meine Lust ist Leben“ gesungen wird. Der Grabstein seiner ersten Frau Lilli befindet sich an der Außenmauer  der Pfarrkirche von Bad Aussee. 

Quellen: Mag. Sieglinde Köberl, Peter Grill, Kammerhofmuseum Bad Aussee,  Buch „Musik ist heilige Kunst“ von Hofrat, Prof. Dr. Walter Herrmann sowie mündliche Überlieferungen.

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