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Die roaring Sixties im Ausseerland

 „The Players” waren von 1961 bis 1976 aktiv. „The Players” waren von 1961 bis 1976 aktiv.Foto: Privatarchiv Fam. Hochfellner

In den 1960iger-Jahren brechen die modernen Zeiten an. Durch Rundfunk, und neuerdings auch Fernsehen, außerdem durch die modernen Tonträger, werden Schlager und Tanzmusik zunehmend gefragt. Die Beatles, Bee Gees, Rolling Stones usw. bringen die jungen Leute vollends aus dem Häuschen. Dazu noch Woodstock, das bis heute größte Pop-Festival der Welt. Da müssen die jungen Musikanten im Ausseerland natürlich auch dabei sein – und wie! Die wilden Sechzigerjahre sind angekommen.

Das Ausseerland war bis dahin Hochburg der Volksmusik. Ihre Repräsentanten waren Vollblut Musikanten. Die Jugend wuchs heran und wollte den Alten natürlich nicht nachstehen. Die moderne „rockige“ Musik bot zusätzlichen Anreiz. Musikalisch – und „Musikantisch“ - waren sie durch Begabung und gute Ausbildung dazu durchaus in der Lage.

Unter den Ersten, die mit „Populärmusik“ Schwung in die Region brachten, waren „The Players“. 1961 gegründet von Herbert Randacher (damals 19 Jahre alt), Willi Rastl (18 Jahre), Franz Gasperl und Albert Pucher. (Gasperl war mit Randacher beim Meinl beschäftigt und ist 1972 mit 35 Jahren sehr früh einem Herzinfarkt erlegen. Albert Pucher war der spätere Gemeindeskretär in Altaussee). Ihr erstes Engagement war der Antel-Film „Glocken läuten überall“, der in Tauplitz gedreht wurde. „Marina“ konnten sie recht gut spielen, aber sonst waren sie erst in der Lernphase, daher konnten sie die Filmcrew am Abend nicht wirklich unterhalten - die fuhren lieber nach Stainach, da war mehr los. 

Aber es ging bergauf mit „The Players“ Die Besetzung wechselte und die am längsten währende war: die Brüder Herbert und Walter Randacher, Robert (Bobby) Steiner und Harti Csacsko. Ihr Repertoire war Tanzmusik aus der Hitparade und Barmusik. Engagiert wurden sie u.a. vom Motel in Aussee, Parkhotel, Kaiserbar, vom Derler in Tauplitz und vom Seewirt in Obertraun. Sogar Auslandstourneen nach Deuschland und Italien wurden absolviert. „The Players” waren bis 1976 aktiv. Dann traten sie in derselben personellen Besetzung, ergänzt durch Walter Walcher als „Ausseer Geigenmusi“ in die Fußstapfen der Schennermusi, die sie auch früher schon z.B. bei der Flinserl-musi unterstützten. Als Ausseer Geigenmusi sind sie heute noch aktiv.

„The Swingdrivers“.

Ihre Anführer waren Sepp Fleischhacker und Fritz Schlömmer, die im Alter von 12 Jahren (!) im Jahre 1961 mit Ziehharmonika und Gitarre den Grundstein legten.

Die Mitglieder der Formation waren zu Beginn: Fritz Schlömmer, Sepp Fleischhacker, Fred Klier und Heimo Czadilek, später kamen Edi Partsch und Reinhard Hofer und Werner Marl (Mac) dazu.

Die Swingdrivers der ersten Stunde waren von 1966 bis 1968 als Berufsmusiker unterwegs. Ihre Vorbilder waren die Beatles und die Rolling Stones. Fritz Schlömmer hat eine Sammlung von mindestens 800 Aufnahmen der Beatles zu Hause. Klarerweise hatten sie auch alle Arten von Tanz- und Schlagermusik im Programm. Sie spielten hauptsächlich in der näheren Umgebung und im Ennstal, wie z. B. in der Kaiserbar, Tauplitzer Kellerbar beim Muckenhammer und Tritscher Almbar in Schladming. Am besten in Erinnerung sind aber die Silvesterauftritte in St. Anton am Arlberg. Eine schon gebuchte Auslandstournee kam aus familiären Gründen dann doch nicht zustande, „die Buben waren einfach noch zu jung“. Unterwegs waren sie mit dem Bandbus, dem Panorama VW vom Ruppe. Die Berichte zeugen jedenfalls von einer aufregenden Zeit.

Zwischendurch formierten sich unter Fritz Schlömmer auch noch die „Loser Mountain Boys“ mit Hans Kain, Sepp Hillbrand, Franz Thalhammer und Hannes Hillbrand (vlg. Kriag). Ihre Konzertreisen führten sie bis nach Holland.Von 2000 bis 2008 gab es ein „Swingdrivers-Revival“ bestehend aus Fritz Schlömmer, Sepp Fleischhacker, Fred Klier, Reinhard Hofer und „Meckie” Werner Marl.

„Los Lycanos“

Fritz Schlömmer war auch einer der Initiatoren der Gruppe „Los Lycanos“, eine der umtriebigsten Gruppen in der Zeit von 1973 bis 2003. Ihre Mitglieder waren weiters Rudi Hiersche, Sepp Heim, Werner Marl und Hans Jandl. In der Zeitschrift TIP aktuell vom Februar 1986 stand über die Hobbymusikanten zu lesen: „Vor 12 Jahren beschlossen vier junge Burschen aus dem Ausseerland eine Band zu gründen. Das Musikrepertoire war immer auf dem neuesten Stand, deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Los Lycanos nicht nur in ihrer engeren Heimat, sondern in ganz Österreich engagiert werden….“. Zu Hause spielte Los Lycanos fast alle Bälle und auf vielen Bühnen, auch auf einer schwimmenden auf dem Grundlsee. Fritz Schlömmer eröffnete in dieser Zeit (1979) seinen Musik-Shop, den er in wechselnden Lokalen, zuletzt in der Bahnhostraße (ehem. Foto Rastl) bis 2006 betrieb.

Die „Good Old Boys“
sind heute noch zu hören! Sie können und wollen es nicht lassen. Fritz Schlömmer, Franz Syen und Sepp Fleischhacker, mit jugendlicher Unterstützung durch seinen Sohn Jürgen sind heute zu hören und zu erleben, beispielswese auf der Blaa Alm und bei den Ausseer Sommernächten. „Man soll nichts übertreiben, aber es finden sich immer wieder Gelegenheiten zum Aufspielen“. Sie sind immer noch gut, die alten Knaben! 

Anmerkung: Franz „Frankie“ Syen gründete als Jugendlicher in der Schweiz die Gruppe „Sandokan“ und war mit ihr international viel unterwegs. Wieder zu Hause ist er nun bei den „Good Old Boys“.

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