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Österreichische Rettungshundebrigade am Loser Empfehlung

Der rasche Transport zur Einsatzstelle kann ausschlaggebend für den Erfolg einer Suche sein,  daher werden die verschiedensten Transportmöglichkeiten intensiv mit den Hunden geübt.Der rasche Transport zur Einsatzstelle kann ausschlaggebend für den Erfolg einer Suche sein, daher werden die verschiedensten Transportmöglichkeiten intensiv mit den Hunden geübt.Fotos: ©ÖRHB/Hemuth Gruber

Zum Abschluss der Wintersaison lud Loser-Geschäftsführer Rudolf Huber die Österreichische Rettungshundebrigade (ÖRHB)/Staffel Ennstal auf den Loser. Die Hundeführer bekamen reichlich Gelegenheit ihre Suchhunde an das Fahren mit dem Sessellift zu gewöhnen.

Die Österreichische Rettungshundebrigade (ÖRHB) übt jedes Jahr von Anfang Jänner bis Ende März an den  Wochenenden von Samstagfrüh bis Sonntagnachmittag am Stoderzinken. Da ein möglichst kräfte-schonender und rascher Transport der Hunde zur Einsatzstelle für den Erfolg einer Suche ausschlaggebend sein kann, werden die Hunde auch an das Fahren in Ski-Doos und in Anhängern sowie auf Pistenraupen gewöhnt. 

Auch der Transport und das Auf- und Abseilen der Tiere mit Hubschraubern gehört zur Ausbildung. Nur das Fahren mit einem Sessellift war bislang ein Manko. Am ersten Wochenende im April bekamen die ÖRHB-Suchhunde-teams der Staffel Ennstal im Skigebiet Loser/Altaussee ausreichend Gelegen-heit den Transport mit dem Sessellift zu üben. Die Ausbildung zum ÖRHB-Rettungshund dauert ungefähr drei Jahre, bei einem wöchentlichen Aufwand von mindestens zehn Stunden. Um die  Einsatzbereitschaft bei der ÖRHB zu erlangen bzw. zu behalten, müssen Hund und Hundeführer gemeinsam die Rettungs-hundeprüfung nach der ÖKV-Prüfungsordnung vor international anerkannten ÖKV/FCI Leistungsrichtern ablegen. Neun ÖRHB-Hundeteams, darunter auch ein Team aus dem Ausseerland, legten am letzten Märzwochenende die Lawinensuchprüfung ab und erreichten wieder für ein Jahr die Einsatzfähigkeit in der Österreichischen Rettungshundebrigade. 

Bei Lawinenhunden denken die meisten Menschen zuerst an einen Bernhardiner mit dem obligatorischen Rum- oder Schnapsfläschen. Der berühmteste Bernhardiner war wohl „Barry“, der Ende des 19. Jahrhunderts auf dem großen St. Bernhard vielen Menschen das Leben gerettet haben soll. Heute könnte diese Rasse den harten Anforderungen eines Rettungshundes nicht mehr standhalten. Die Rettungshunde von heute sind an kein rassetypisches Merkmal gebunden, es kommen alle Hunderassen sowie auch Mischlinge zum Einsatz. 

Hunde erfassen die meisten Umwelteinflüsse mit der Nase, einen großen Teil mit dem Ohr und nur einen geringen Teil mit dem Auge. Wenngleich die Sehkraft eines Hundes häufig unterschätzt wird, ist sie für die Arbeit eines Rettungshundes ohne Bedeutung. Anders kann es da schon mit dem Gehör sein. Hunde verfügen in jedem Ohr über bis zu 15 Muskel, die es ihnen ermöglichen ihre hängenden oder stehenden Ohren genau in die Richtung des Geräusches auszurichten. 

Am interessantesten nehmen Hunde die Umwelt jedoch über die Nase wahr. So ist eine Hundenase in der Lage Buttersäure in zweimillionenfacher Verdünnung wahrzunehmen. Entscheidend für diese unglaubliche Leistungsfähigkeit sind die Riechzellen in der Hundenase. Ein mittelgroßer Hund verfügt über bis zu 220 Millionen Riechzellen. Dem gegenüber mutet die menschliche Nase mit fünf Millionen Riechzellen geradezu verkümmert an. Rettungshunde verfügen über ein gesundes Sozialverhalten, stehen gut im Gehorsam, sind wesensfest und arbeitsfreudig. Und sie müssen über einen ausgeprägten Spieltrieb verfügen, den sich der Hundeführer bei der Ausbildung zu Nutze macht, wenn er dem Hund zeigt, dass er sich besonders freut und ausgelassen mit ihm spielt, wenn er Geruch (Opfer) angezeigt hat. 

Das Sesselliftfahren am Loser hat den Hunden und Hundeführern sichtlich Spaß gemacht, die anfangs vorhandenen Unsicherheiten konnten dabei ausgeschaltet werden.

www.oerhb.at

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