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Die Oberkrainer

Beim „Musiball“ beim Schraml in Grundlsee gelang den „lustigen Grundlseern“ der Durchbruch mit dem „Oberkrainerstil“. Beim „Musiball“ beim Schraml in Grundlsee gelang den „lustigen Grundlseern“ der Durchbruch mit dem „Oberkrainerstil“.

Serie "Spielleut' – gestern und heut'": Die „Oberkrainer-Musikanten“ mit ihrer instrumentalen Besetzung und ihrer typischen Musik wurden zu Vorbildern auch der heimischen Musikanten-Jugend. Sie brachten neuen Schwung auf die Tanzböden und ihre Musikrichtung begann Anfang der 1960iger Jahre die herkömmliche und traditionelle Geigenmusik als Tanzmusik abzulösen. Das „Trompeten-Echo“ z. B. war einer der Schlager und allein deswegen besuchte man die Konzerte der Untersteirischen (slowenischen) Musikanten.

Schon vor 1959 hielten die Oberkrainer unter ihrem Kapell-meister Slavko Avsenik, in Ausseer Musikanten-kreisen einfach „der Aussenig“ genannt, in Bad Aussee alljährlich Konzerte ab. Der Humorist Karl Panzenbeck (* 23. Januar 1899 in Langenwang; † 13. April 1967 in Graz) organisierte Betriebsausflüge mit den Oberkrainern und kam am 8. Dezember 1960 über Veranlassung vom Schraml Max an einem Nachmittag mit ihnen zum Schraml nach Grundlsee. Dort gab er seine humorvollen Geschichten zum Besten und die Musikanten brachten ordentlich Schwung in den Saal. 

Der Grundlseer Kapellmeister Adolf Loitzl war ein Verehrer der Oberkrainer-musik und interessierte auch seinen Sohn Hans (Jahrgang 1945) und dessen Freunde dafür. Die Buben hielten sich während der Veranstaltung im Hintergrund des Saales auf und verfolgten begeistert die musikalischen Darbietungen. Adolf war in der Lage, Noten der Stücke nach dem Gehör aufzuschreiben und so konnten die Buben die Stücke nachspielen. Damit war der Grundstein für die „Oberkrainerbewegung“ gelegt. Hans Loitzl (damals 15 oder 16 Jahre alt und beginnender „Akkordeon-Virtuose“) Hans Amon, Gust Ewis und Helmut Loitzl lernten die Ohrwurm-Stücke und nannten sich spontan „Die lustigen Grundlseer“. Damit wage ich zu behaupten, dass dieser Aufbruch zum neuen Stil in Grundlsee begann.

Es ist lustig zuzuhören, wenn Hans Loitzl über die Anfänge erzählt. Anfangs spielten sie im Pfarrheim zu den steirischen Tanzkursen, die von Hans Hillbrand abgehalten und mit Interesse aufgenommen wurden. Dadurch waren auch die Bälle in der Gegend von der tanzbegeisterten Jugend gut besucht.

Der Durchbruch gelang am Fasching-sonntag auf dem Musiball beim Schraml. Die Grundlseer Tanzmusi spielte den Ball und erlaubte den „Lustigen Grundlseern“ die Mitternachtseinlage mit vier oder fünf Oberkrainerstückeln. Die Stimmung überschlug sich, Augenzeugen berichten:  „Der Winter Karl (Anm.: legendärer Briefträger in Grundlsee) lag beim Schraml auf dem Tanzboden und schrie wie verrückt, sosehr war er von dieser Musik begeistert“. – Der Bann war gebrochen!

In weiterer Folge kam der Hans Fuchs vom Gallhof mit dem Bass dazu und sie spielten beim Kalßwirt den Silvesterball, auf dem Stickstoffball in Linz als Pausenfüller und viele andere Veranstaltungen in der Region und darüber hinaus. 

Natürlich spielten sie auch die überlieferten Ausseer Stückeln oder Eigenkompositionen von Freunden und Bekannten. Später traten sie in wechselnden Besetzungen unter anderem bei Weixel-baumers Faschingbriefen auf. 

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