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Die "Hochfellnern" Empfehlung

Die Geschwister Hochfellner Sepp, Cilli und JakobDie Geschwister Hochfellner Sepp, Cilli und JakobFotos: Privatarchiv Fam. Hochfellner

Serie »Spielleut' – gestern und heut'«:Die Geschwister Hochfellner und die Hochfellner Musi - auf keine andere Musikgruppe trifft der obige Titel besser zu! In ihrer aktiven Musikantenzeit haben sie etwa die Zeit von vier Musikantengenerationen bewältigt.

Die Geschwister Hochfellner

„Wir sind 60 Jahre auf der Bühne gestanden“ sagt Cilli Hillbrand mit stolzer Freude. Begonnen hat alles mit ihren Eltern und Brüdern. Vater Hochfellner stammte aus Seckau und kannte daher die Murbodener Lieder. Er kam als landwirtschaftlicher Verwalter nach Mitterndorf und heiratete dort Stefanie Pichlmaier. Seine Frau kannte natürlich das Ausseer Liedgut. So kamen also die Lieder aus dem Murtal zu denen aus dem Ausseerland und bildeten zusammen ein reichhaltiges Repertoire.

Das Ehepaar brachte die Kinder Sepp (*1928) Jakob (*1930 >2004) und Cilli (*1936) zur Welt. In der Familie war das Singen schon immer eine selbstverständliche Gewohnheit und die Kinder pflegten schon früh den geschwisterlichen Einklang. Ihre Singstimmen haben sich damit so wohl-klingend geformt. 

Ein einschneidendes Kindheitserlebnis für die Brüder Sepp und Jakob war ein Volkssingwettbewerb am 6. Oktober 1935 auf dem Öblarner Marktplatz (Vater Jakob war inzwischen Verwalter auf Schloß Gstatt), woran sie mit ihren Eltern teilnahmen und gleich den ersten Preis gewannen.

Später etablierten sich die „Geschwister Hochfellner“ als Dreigesang unter diesem Namen. Zu den Liedern ihrer Jugend kamen dann die Lieder von Hans Gielge dazu. Sie waren die wohl wichtigsten Interpreten seiner Lieder (auch das Pucher-Trio aus Bad Aussee erwarb sich derartige Verdienste). Hans Gielge hat auch viele Lieder speziell für die Geschwister  Hochfellner geschrieben. Er meinte schon während des Komponierens den Klang des Liedes von den Geschwistern zu hören. Cilli stellt fest, dass Gielges Lieder exakt gesungen werden müssen und keine Fehler verzeihen.

Zuerst wurde ohne Begleitung gesungen, irgendwann hat Gielge dem Jakob eine Gitarre zur Begleitung geborgt. Bald darauf wurde eine eigene Gitarre angeschafft. 1958 hat Cilli den Ausseer Hannes Hillbrand (*1931) geheiratet, auch ein Musikant von ganzem Herzen. Hannes hat dann bald die Gitarrenbegleitung übernommen.

Die Hochfellner Musi

Hannes Hillbrand war Mitglied einiger Musik-kapellen, spielte nicht nur Gitarre, sondern auch mehrere Blasmusikinstrumente und konnte natürlich auch mit der Geige umgehen. Damit kam man auf die Idee, eine Geigenmusik zu gründen: die „Hochfellner Streich“. Die Gründungsmitglieder waren Hannes Hillbrand (Geige), Willi Seebacher (Steir. Harmonika), Jakob Hochfellner (Gitarre), Cilli Hillbrand (Baß). Mit dieser Besetzung waren sie nun in der Lage auch zum Tanz aufzuspielen oder der Forderung des Publikums nach mehr Abwechslung nachzukommen. 

In weiterer Folge wechselte die Steirische Harmonika zuerst vorübergehend zu Klaus Neuper und für die letzten 25 Jahre zu Hans Wolf aus Admont. Das Repertoire stammt überwiegend aus der Feder von Hannes Hillbrand.

Hochfellner Blech

Alle Männer der Familie waren über 50 Jahre lang Mitglieder verschiedener Blasmusikkapellen, speziell in Bad Mitterndorf. Es lag daher nahe, auch eine Blechbesetzung zu gründen. Mit der Klarinette kam Franz Strimitzer dazu. Damit war die Familie Hochfellner in der Lage ein vielfältiges und abwechslungsreiches Abendprogramm zu bestreiten.Die Bekanntheit der Familie Hochfellner wuchs von Jahr zu Jahr, sie wurden zu Rundfunk- und Fernsehabenden eingeladen und brachten im Laufe der Jahre neun CD’s auf den Markt. Die erste Rundfunkaufnahme erfolgte schon 1951! Sie leisteten damit einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und Weitergabe der Volksmusik, weit über das Salzkammergut hinaus. Sie wurden in ganz Österreich und Bayern zu Veranstaltungen eingeladen, die gewöhnlich nicht mit dem Abschluss des Bühnenprogramms endeten, sondern danach im Wirtshaus mit dem Publikum gemeinsam noch als „Wunschkonzert“ fortgeführt wurden. 

Für ihre Leistungen und Verdienste um die Volksmusik wurde die Familie Hochfellner mit verschiedenen Ehrungen und Auszeichnungen bedacht, wovon der „Europapreis für Volkskunst“, 1995 zuerkannt von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. Hamburg, wohl die bedeutendste ist (Zitat aus der Urkunde): 

„In ungebrochener Tradition haben die Geschwister Hochfellner das Volksliedgut des steierischen Salzkammergutes von ihren Eltern übernommen und über vier Jahrzehnte sangesfreudig, in Würde und mit Anstand in die Gegenwart hereingetragen.“ 

Cilli dazu: „Wonnst genau nåchdenkst, kimmst drauf,  wia groß Europa eigentlich is!“

Danke an Cilli und Hannes Hillbrand für das nette Gespräch und die Fotos, sowie für die leihweise Überlassung der Diplomarbeit (Magisterarbeit) von Silvia Landl „Die Geschwister Hochfellner“ 2002.

Hermann Rastl

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